
Ständig erschöpft als Mutter
Woran es liegt und was wirklich hilft
Von einer, die beides kennt: den Mama-Alltag und die Psychologie dahinter: Hanna, Co-Founder von R3COMPLETE.
Ich erinnere mich noch gut an die Phasen, in denen ich morgens aufgewacht bin – und trotzdem schon wieder müde war. Nicht, weil ich die Nacht durchgefeiert hätte (wäre schön gewesen ), sondern weil ich dauernd funktioniert habe. Für alle. Nur nicht für mich. Als zweifache Mama, Startup-Gründerin und Psychologin weiß ich heute:
Diese permanente Erschöpfung ist kein persönliches Versagen – sie ist ein Zeichen. Ein deutliches. Und leider ein weitverbreitetes.
Die Wahrheit ist: Viele Mütter sind chronisch erschöpft – und denken, das sei „normal“
Wir wuppen Haushalt, Kinder, Job, Beziehung und alles, was man nicht sieht – und verlieren dabei uns selbst aus dem Blick.
Der Kopf ist immer „an“, selbst nachts. To-do-Listen, Schuldgefühle, Gedankenkarusselle. Und wenn dann mal Zeit wäre, sind wir zu müde, zu erschöpft.
Was steckt hinter dieser ständigen Erschöpfung?
Aus psychologischer Sicht gibt es mehrere Gründe, die sich oft überlagern:
Dauerstress & ein überlastetes Nervensystem
Wir sind permanent im „Überlebensmodus“ – das hält unser sympathisches Nervensystem (Fight-or-Flight) dauerhaft aktiv. Erholung? Fehlanzeige.
Fehlende Selbstfürsorge
Wir kümmern uns um alle – nur nicht um uns. Und wenn wir’s versuchen, kommt schnell das schlechte Gewissen: „Ich müsste eigentlich noch …“
Mental Load
Gedanklich für alles zuständig zu sein, macht müde – sehr müde. Wir haben Angst Fehler szu machen. So arbeitet etwas in uns nunterbrochen weiter, selbst wenn wir Ruhen wollen.
Emotionale Überforderung
Unsere eigenen Gefühle bleiben oft ungehört oder unterdrückt. Gleichzeitig begleiten wir ständig die Emotionen unserer Kinder. Das ist ein doppelter Energieverlust.
Was wirklich hilft – und nein, es ist nicht "einfach mal ausschlafen"
Wobei das zugegebener Maßen auch richtig erholsam ist. Aber nein, die Lösung liegt nicht in einer Nacht mehr Schlaf (auch wenn die natürlich hilft ), sondern in einem täglichen Reset für Körper und Kopf.
Hier ein paar Wege, die sich in meinem Alltag und in der Arbeit mit vielen Müttern bewährt haben:
Kleine Pausen – aber bewusst
Nicht zwischen Tür und Angel, sondern mit Achtsamkeit. 2 Minuten Atmen, Strecken, Spüren können Wunder wirken.
Emotionale Selbstfürsorge
Frage dich regelmäßig: Wie geht es mir wirklich? – und was brauche ich jetzt?
Nicht: Was muss ich noch tun?
Das Nervensystem regulieren
Mit sanften Atemtechniken, Bewegung oder Musik, die dich runterbringt. Regelmäßig – nicht nur, wenn du kurz vorm Explodieren bist.
Sich Unterstützung holen
Du musst das nicht alleine schaffen. Wirklich nicht.
Sich begleiten zu lassen ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Stärke.
